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Schreiber vs. Schneider. Immer ich!
10 Jahre Chronisten des Alltags
Die Schuhe liegen im Weg, die Zeitungen stapeln sich seit Monaten, die Steuererklärung wird einfach nicht fertig. Warum? Weil der eine wieder mal zu wenig macht und der andere zu viel schimpft: Immer muss ich! Die beiden sind Schreiber vs. Schneider, seit zehn Jahren gern gelesene Kolumnisten in der Coop-Zeitung. Nun sind die besten ihrer Texte und einige exklusive Überraschungen in einem Jubiläumsbuch versammelt. Wenn zwei Ichs das Leben teilen, dann sind Spannungen vorprogrammiert. Was durchaus positiv sein kann, denn Reibung erzeugt bekanntlich Wärme. Aber ab und an brennt dennoch eine Sicherung durch. Ein Gegenmittel, das wirkt: Humor. Schreiber vs. Schneider rasen seit nun zehn Jahren durch eine Menge Klischees, stolpern über die Tücken des Alltags, landen dann mit Witz auf dem Boden der Realität und rappeln sich mit einer gehörigen Portion Selbstironie wieder auf. Dazu zitieren die beiden Kolumnisten Woody Allen, der es ihrer Meinung nach auf den Punkt gebracht hat: »Als Paar muss man Probleme lösen, die man alleine nie gehabt hätte.« Schreiber und Schneider finden, das lohnt sich! Und die zahlreichen Fans wohl auch.
Leseprobe
Frischer WindER:Untersuchungen beweisen es: Wir alle müssen, und das im Schnitt 15-mal täglich.Manch einer ist gut zu kontrollieren, doch nicht jeder.Die Chance, dass er nicht riecht, ist eins zu zehn.Wir nennen ihn Furz. Die Deutschen sagen dazu Pup, oder, wie Schreiber, Pups.Ein Furz besteht aus sechs Teilen Stickstoff und zwei Teilen Wasserstoff, der Restsind Sauerstoff, Kohlendioxid und Methangas.Schweizer meinen: »Laute Fürze stinken nicht, leise dafür fürchterlich«, währenddie Deutschen behaupten: »Den leisen, die da schleichen, muss man weichen.«Doch dieser Volksglaube hält wissenschaftlichen Untersuchungen nicht stand.Sollte es also krachen, kann es dennoch mächtig riechen.Zu Beginn einer leidenschaftlichen Beziehung lässt man natürlich keinen krachen.Erst mit wachsender Liebe und tieferem Vertrauen lösen sich Anspannung undVerkrampfung. Das ist auf die Dauer auch viel gesünder ? und deshalb: Einmal istdas erste Mal, wenn man vor der Liebsten furzt.Es ist peinlich. Aber auch schön. Der Kerl bricht kurz und knatternd in einromantisches Gespräch bei einem Glas Rotwein ein, weht und riecht eine Weileum unsere Köpfe. Schreiber ist sprachlos, und dann, endlich, lächelt sie.Ich freue mich.Sie findet demnach auch, dass ein wenig frischer Wind unserer Beziehung gut tut.SIE:Männer sind hemmungslos. Sie rülpsen, gehen mit Käsefüßen durch die Wohnung,kratzen sich ungeniert. Das mag für ihr Wohlbefinden gut sein. Für eine Beziehungist es das nicht. Schneider sieht das anders.»Von deiner Selbstbeherrschung kriegst du bloß Bauchweh. Würdest du dichlockern, wärs dir wohler. Glaub mir.«Nach dem Essen gehen wir ins Kino. Ich lasse mich in den Plüschsessel plumpsen? es knarzt. Schneider blickt amüsiert: »Endlich ist er draußen!« Er sagts so laut,dass selbst die Kassiererin im Foyer seinen Kommentar hören kann.»Sag mal, spinnst du?«, schnaube ich. »Das war doch nicht ich, sondern derSessel!« Die Reihe hinter uns ist auf einmal ganz still. Warum wohl? Schneiderlacht und gibt mir einen Kuss. »Ist doch egal, Hauptsache dein Bauch zwicktnicht mehr.«So ein Quatsch! Ich stehe zum Beweis auf, sage: »Hör mal!« ? und lasse mich mitKaracho in den Stuhl fallen.Nichts! Kein Ton.Wie peinlich. Schneider grinst: »Soso, der Stuhl!«Dann geht das Licht aus, der Film beginnt, hoffentlich in voller Lautstärke. Dennich müsste mal dringend einen fahren lassen ?
Kritik
»In der Schweiz sind Schreiber und Schneider weltberühmt mit ihren Kolumnen, die sie als Paar schreiben.«(Focus-TV, Amelie Fried)